Die Krankenhaus-Fachabteilung der Inselklinik Heringsdorf / Haus Kulm 
VORGESTELLT VON EINER EHEMALIGEN PATIENTIN FÜR PATIENTEN

Entspannung

Ich würde mich wirklich wundern, wenn Sie den folgenden Zustand nicht kennen: Sie gehen spazieren, wollen sich endlich mal etwas erholen, aber der Kopf arbeitet, will einfach nicht all das loslassen, was ihn schon seit Stunden, nein seit Tagen beschäftigt. Für das Spazierengehen können Sie wahlweise auch den geliebten Hausputz, die Geburtstagsfeier bei einem Ihrer Freunde, den Kinobesuch oder auch etwas anderes einsetzen. Sie haben ja so Ihre eigenen Erfahrungen!

(Diese werden Sie vermutlich grinsen lassen, wenn Sie den Ausspruch vom ollen Lincoln lesen. Vielleicht grinsen Sie aber auch nicht, und das könnte ich gut nachvollziehen, denn es ist ein furchtbarer Zustand, wenn man aus der Gedankenmühle nicht mehr raus kommt.) Und da hat der Lincoln schlichtweg nur gut reden! Sooooooo einfach ist es nun auch wieder nicht!!! ABER: DAS ENTSPANNEN IST ERLERNBAR, UND DAS MACHT HOFFNUNG!

Nutzen Sie die in der Klinik angebotenen Möglichkeiten, Entspannungstechniken kennen zu lernen. Finden Sie heraus, was IHNEN gut tut!

Viel Erfolg!


Thalasso-Therapie

Na ja, die Therapiebezeichnung hört sich mächtig wissenschaftlich und kompliziert an. "Thalassa" bedeutet in der griechischen Sprache "Meer", und davon ist die Bezeichnung für die Therapie auch abgeleitet.
Die Thalasso-Therapie muss also irgendetwas mit der Ostsee zu tun haben, denn am Ufer derselben befindet sich ja die Klinik.

Oh, Sie haben Ihren Klinikaufenthalt im Winter?! Da könnten einem glatt schon beim Lesen die Zähne klappern, wenn man sich auch nur vorstellt, dass man von einer gnadenlosen Therapeutin grinsend ins eiskalte Nass geschickt wird, um ein zwanzigminütiges heilendes Zauberbad in der Ostsee zu nehmen - natürlich unter den staunenden Blicken der nun sprachlosen Winterurlauber, die in ihren mollig warmen Wintersachen das Schauspiel beobachten und Sie aus tiefstem Herzen bemitleiden.

Nein, Sie brauchen diese Schrecken erregenden Gedanken gar nicht weiter ausbauen! Niemand wird Sie während dieser Therapie zum Baden auffordern, weder im Sommer noch im Winter! Sie werden eh nur ein einziges Mal von einer Therapeutin begleitet und in die Thalasso-Therapie eingeführt. Danach liegt alles Weitere in Ihren Händen, besser gesagt in Ihren Füßen! Sie allein werden sich (auch bei Eiseskälte!) auf die Socken machen. (Zumindest sollen Sie das wenigstens drei Mal wöchentlich tun!) Wenn Sie mögen, dann können Sie sich ja für Ihre Thalasso-Therapie Gesellschaft suchen, was nicht besonders schwer ist, denn es gibt kaum einen Patienten, der diese Therapie nicht verordnet bekommt.

Noch immer wissen Sie nicht, was man in der Klinik unter Thalasso-Therapie versteht. Dazu jedoch schnell noch ein kleiner Exkurs: Im Allgemeinen versteht man unter Thalasso, dass man Krankheiten von Patienten mit Meerwasser (warm oder kalt), Meeresluft, Sonne, Algen, Schlick und auch Sand behandelt. 
In der Klinik werden Sie mit der Verordnung der Thalasso-Therapie den Auftrag erhalten, wenigstens drei Mal in der Woche zu Fuß jeweils eine der drei vorgegebenen Routen zu absolvieren. (Sie dürfen sich jedoch auch eigene Routen aussuchen, wenn Sie die vorgegebene Zeit damit nicht unterschreiten.) Das Spazieren an der Seeluft wird, wie alle anderen Therapien auch, dazu beitragen, dass sich Ihr Wohlbefinden zunehmend steigert. 

Übrigens: Nicht wenige Menschen verlieren während ihres stressigen Berufslebens ganz oder teilweise die Fähigkeit zur Wahrnehmung all der schönen Dinge, die das Leben, neben vielen anderen Sachen, lebenswert machen, z.B. auch die Wahrnehmung für das, was uns Mutter Natur zu bieten hat.
Falls Sie das an sich feststellen sollten, dann würde ich Ihnen empfehlen, ganz bewusst zu versuchen, all das in sich aufzunehmen, was Sie mit all Ihren Sinnenwahrnehmen können. Testen Sie es mal aus! Sie werden erstaunt sein, wie viele Details Sie mit ein wenig Übung bald wieder wahrnehmen werden. Und Sie werden zunehmend Spaß daran haben, immer mehr "Kleinigkeiten" zu entdecken. (Ich spreche da aus eigener Erfahrung!)


Sollte Ihnen beim Lesen der Überschrift ein "Oooommmmm" durch den Kopf gehen, dann sind Sie auf der falschen Fährte (und vielleicht purzelt Ihnen jetzt auch ein Stein vom Herzen, weil Sie mit"Oooommmmm" nichts am Hut haben). In der "Meditativen Morgenbewegung" sollen Sie langsame Bewegungen Ihres Körpers mit Ihrer Atmung in Einklang bringen, dabei sich und Ihren Körper spüren, Ihre Gedanken ziehen lassen und Ihre Sinne schulen... - ... ????????????????????????

Alles klar? Neeeeeee? Hm?! ...

Gut. Noch einmal anders: Sie gehen zwei Mal pro Woche gleich nach dem Gruppenforum gemeinsam mit anderen Patienten an den Strand. Eine Therapeutin begleitet Sie. Unter ihrer Anleitung führen Sie langsame zumeist kreisende Bewegungen aus, die an den Füßen beginnen, durch den Körper wandern und am Kopf enden.
Während der Bewegungen konzentrieren Sie sich auf Ihren Körper, auf Ihre Atmung und auf das, was von außen auf Sie einströmt: das Rauschen der Wellen, das Geschrei der aufgeregt über dem Wasser kreisenden Möwen, die leicht salzige Seeluft, der weiche feine Sand unter Ihren Füßen, die wärmenden Sonnenstrahlen, ...   

Jetzt alles klar? - "???" - Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee? Hmmmmmmmmmmmm???

Also jut ! ! ! - Hmmmmmmmmmmm???!!! - Wissen Se watt?! Jehn Se da uff jeden Fall hin!!! Lassen Se sich mal einfach daruff ein. Sie werd'n janz schnell merken, dass Ihnen dit richtich jut tut, wenn Se einfach mal allet loslassen, watt Se so belastet, wenigstens für 'n paar Minuten! Jenießen Se einfach den wunderbaren Strand, die morjentliche Ruhe, die frische Seeluft, die leichten Körperbewegungen, die Fähigkeit, sich und Ihren Körper zu spüren!

 



"Und vergessen Sie das Atmen nicht!" - 

Ein überflüssiger Ratschlag!, dachte ich, als mir während einer Therapiestunde eine Therapeutin lächelnd den oben genannten Hinweis gab. 

Immerhin hatte ich in all den Jahren die Erfahrung gemacht, dass das ja wohl ganz von selbst ging - das Atmen! Ansonsten wäre ich ja wohl röchelnd und nach Luft schnappend durch die Gegend gelaufen, und das wäre mir dann vermutlich wohl doch irgendwie aufgefallen, selbst wenn ich in all den Jahren nie wirklich auf meinen Körper geachtet hatte. Er gehörte mit zu den unwichtigsten Nebensächlichkeiten meines Lebens.
Und nun lernte ich das "richtige" Atmen! Heute kann ich Ihnen nur raten: LERNEN SIE ES AUCH! Noch immer finde ich es unglaublich, was gut gelernte Atemtechniken innerhalb weniger Minuten bewirken können, wenn man sie zielgerichtet einsetzt, um innere Spannungszustände aufzulösen, Stimmungssteigerungen zu erreichen oder auch behindernde Müdigkeitserscheinungen und leichte Erschöpfungszustände wenigstens zeitweise zu beenden.
Und neben all den Effekten werden Sie auch bemerken, dass sich Ihr Körper nach einer solchen Übung bedeutend besser anfühlt als vorher. Was will man mehr?!


Außerdem kann man in der Inselklinik noch die beiden folgenden Entspannungstechniken erlernen:

PMR

Qui Gong

Da ich selbst mich mit ihnen nicht wirklich gut befasst habe, muss ich sie an dieser Stelle vernachlässigen.

(Sollten SIE zufällig bereits im Haus Kulm als Patient gewesen sein und dort diese beiden Techniken (oder eine davon) erprobt und für gut befunden hat, dann würde ich mich sehr über einen kleinen Textbeitrag für diese Webseite freuen. Vielen Dank dafür schon einmal im Voraus!) 

 



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