Die Krankenhaus-Fachabteilung der Inselklinik Heringsdorf / Haus Kulm 
VORGESTELLT VON EINER EHEMALIGEN PATIENTIN FÜR PATIENTEN

Sport 

Wenn Ihnen schon beim Lesen der Überschrift der Angstschweiß auf die Stirn tritt, ... 
weil Sie zu den Menschen gehören, die (natürlich nur aus Zeitgründen!!!) mit Sport in den letzten zwanzig Jahren genauso viel zu tun hatten wie mit der Reisproduktion in China, dann fühlen Sie sich jetzt ungefähr so, wie ich mich bei meiner Anreise zum ersten Klinikaufenthalt fühlte. 

Nein, ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, mich zu bewegen!!! 
(Obwohl jeder, der mich schon vor meinem Zusammenbruch kannte, sicher geschworen hätte, dass ich "ein sportlicher Typ" sei.) Das war ich auch - früher einmal! --- Mein "Sportprogramm" hatte sich inzwischen stark reduziert: Sportlich hechtete ich morgens zum Auto. Sportlich war auch mein Fahrstil auf dem Weg zur Schule. Auch durch den Arbeitsalltag heizte ich natürlich sportlich. Und sportlich klemmte ich mich am Nachmittag bis in die Nachtstunden hinein hinter meinen Schreibtisch ...
... Weniger sportlich brach ich irgendwann zusammen und tauchte dann völlig erschöpft, schlapp und unsportlich in der Inselklinik auf!


Sport ist die beste Medizin!
 Sie kennen den Spruch, ich kenne den Spruch und selbstverständlich kennt ihn auch Ihre behandelnde Ärztin, die nun durch Verordnung der notwendigen Fitnesseinheiten dafür sorgt, dass Sie "medizinisch versorgt" werden. Jetzt liegt es nur noch an Ihnen, Ihren inneren Schweinehund und den sich natürlich rasch meldenden Muskelkater zu besiegen! Gegen letzteren können Sie sich übrigens von Ihrer Ärztin ein Melissen-Vollbad verschreiben lassen, gegen den inneren Schweinehund hat sie leider noch kein Rezept. Aber das schaffen Sie schon selbst!!! Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Erfolg bei der Wiederherstellung Ihrer körperlichen Fitness sowie die notwendige Willensstärke und grüße Sie mit einem fröhlichen "Sport frei!"

PS: Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man dann irgendwann feststellt, dass man (wenigstens körperlich) schon mal wieder einigermaßen fit ist! Ich gehe inzwischen aus verschiedenen Gründen regelmäßig zum Kampfsport und in ein Sportstudio und fühle mich damit ganz gut.

Für Frühaufsteher und alle, die es werden wollen  FRÜHSPORT

Der Frühsport beginnt um 7.00 Uhr - eine etwas "unchristliche" Zeit für jemanden, der ohnehin Probleme mit dem Aufstehen hat. ABER: Es gibt zig Gründe, sich doch rechtzeitig aus dem Bett zu quälen:

Grund 1:

der Blick auf die "erwachende" Ostsee, die Möwen, die aufgehende Sonne, den fast menschenleeren Strand

Grund 2:
das tolle Körpergefühl, das sich spätestens dann einstellt, wenn man, noch immer ein wenig erschöpft, nach dem Frühsport unter der Dusche steht

Grund 3:
die zunehmende körperliche Fitness, die sich einstellt, wenn man es schafft, regelmäßig am Frühsport teilzunehmen

Grund 4:
die vielen verschiedenen Übungen, die nicht nur Fitness bringen, sondern auch eine ganze Menge Spaß - und es ist dann doch irgendwie schön, wenn der Tag ein bisschen spaßig anfängt

Grund 5:
das große Repertoire an Übungen, das man bis zur Heimreise drauf hat, so dass man das Gelernte auch zu Hause leicht in seinen Alltag einbauen kann - Es muss ja dann nicht unbedingt Frühsport sein, vieles kann man auch "nebenbei" machen!

Grund 6:
...

Grund 7:
...

Grund 25:
...

Grund "zig":
Natürlich darf man auch ein bisschen stolz auf sich sein, wenn man das kuschelige Bett verlassen und es gegen den "rauen Strand" und die "Quälerei" beim noch ungewohnten Sport eingetauscht hat!


"Und da staunste, wat de allet nich mehr kannst!" WIRBELSÄULENGYMNASTIK


... Und nach ein paar Wochen staunste wieder - jetzt darüber, wat de allet kannst!

Oh je, was war das für ein deprimierendes Gefühl in den ersten Therapien! Ich fühlte mich wie eine 70jährige Frau und war doch erst 39! (*)
Falls es Ihnen bei der Wirbelsäulengymnastik auch so ergehen sollte, dann lassen Sie sich schon jetzt trösten: Sie werden schnell merken, dass Ihnen diese Therapie gut tut und Sie körperlich rasch wieder aufbauen. Und Sie werden eine ganze Menge Spaß haben, denn die Therapeuten verstehen es ganz gut, die (selbstquälerischen) Übungen witzig mit lustigen Sprüchen zu begleiten, so dass alles "halb so schlimm" ist, selbst wenn Sie gerade ein Ziehen und Zittern in Muskelpartien verspüren, von denen Sie bis vor kurzem noch gar nicht wussten, dass Sie an dieser Stelle Muskeln haben. Auf jeden Fall sind die Übungen schaffbar und vor allem alltagstauglich. Sie werden viel darüber lernen, welche Übungen Sie im Alltag so "ganz nebenbei", z.B vor dem Fernseher beim "Tatort"-Schauen oder auch an Ihrem Schreibtisch, durchführen können, um sich beweglich, schmerzfrei und fit zu halten. Die in der Therapie verwendeten Übungsgeräte liegen vermutlich auch bei Ihnen zu Hause irgendwo eingestaubt rum oder lassen sich preiswert schnell besorgen: Gymnastikmatte, Pezzi-Ball (Sitzball), kleine Bälle, Stange. Es ist schon beeindruckend, was man damit so alles machen kann! (Ich habe übrigens irgendwann angefangen, mir die Übungen aufzuschreiben, damit ich sie nicht vergesse, was mir zu Hause in der ersten Zeit sehr geholfen hat, als ich damit anfing, meinen Alltag so umzustrukturieren, dass es mir körperlich auch nach dem Klinikaufenthalt weiterhin gut geht.)

*(An dieser Stelle entschuldige ich mich mal lieber bei allen Damen, die schon 70 Jahre alt oder älter und noch ganz gut in Form sind!) 


Rauf aufs Rad und los!  ERGOMETERTRAINING

Unmittelbar gegenüber der Klinik befindet sich eine Fahrradausleihe! Unmittelbar in der Klinik gibt es den Ergometer-Trainingsraum, wo Sie nach Herzenslust in die Pedale treten können - bei Regen, Schnee und Sturm! 

Vorteile gegenüber der herkömmlichen Fahrradausleihe: 
wetterunabhängig, Dusche für die "Erfrischung danach" bleibt in der Nähe, Betreuung durch eine Therapeutin, die natürlich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Gerätschaften auch auf Ihre Gesundheit achtet und Ihnen Mut zuspricht.

Nachteile gegenüber der herkömmlichen Fahrradausleihe: 
Der Ausblick bleibt wie er ist: sehr besch...(eiden)! Da können Sie radeln, wie Sie wollen!!! Auch vor Gesprächen Ihrer "Trainingspartner", die Sie nicht anhören möchten, weil Sie vielleicht mal Ihre Ruhe haben wollen, können Sie nicht fliehen. Selbst wenn Sie wie wild in die Pedalen treten! Einzige Rettung: Stöpsel auf die Ohren, Musik an, Augen zu!


"Ej, die haben ihre Ski vergessen!"
NORDIC WALKING




Na ja, ein bisschen merkwürdig fand ich es am Anfang schon: Ich war zwar bei meiner Anreise nicht besonders fit, aber das Laufen ohne Stock habe ich mir schon noch zugetraut! Und nun hat man mir gleich zwei davon in die Hand gedrückt. Wie peinlich!!!

Natürlich habe ich irgendwann auch den Spruch gehört, den Sie oben gelesen haben. Aber zu diesem Zeitpunkt war es mir schon egal, ob dumme Sprüche kommen oder nicht, denn ich hatte inzwischen die Erfahrung gemacht, dass man Nordic Walking doch tatsächlich als echten Sport bezeichnen konnte, ein sehr gelenkschonender, aber wirksamer Sport. Einzige Bedingung: Man darf die Nordic Walking - Stöcke natürlich nicht so benutzen, wie es Omi mit ihrem Krückstock macht oder ein Spaziergänger, der aller Welt seinen einzigartigen Wanderstock präsentieren will. Aber da müssen Sie sich mal keine Sorgen machen - die Technik bringen Ihnen die Therapeuten schon so bei, dass Sie sich nicht schämen werden, "an zwei Stöcken zu gehen"! Probieren Sie es einfach aus!
Im Übrigen ist es dann auch ganz witzig, mit seinen Stöcken am Strand entlang zu marschieren und sich beim Anblick von "Wochenendsportlern" darüber zu freuen, dass man ("Gott" sei Dank) in der Klinik gelernt hat, mit den Stöcken richtig umzugehen.


"Muckibude" - nicht nur für Männer!
MUSKELAUFBAUTRAINING (MAT)



Nein, Sie irren sich! Ganz bestimmt  - zumindest dann, wenn Sie jetzt Folgendes denken: Okay, einen Fitnessraum habe ich schon mal gesehen. Da steht viel Eisen rum und an diesem quälen sich stundenlang stahlharte Schönlinge ohne Hirn und Verstand und machen sich die Knochen kaputt. Das ist nichts für mich!



Ich wette, dass das Muskelaufbautraining auch etwas für Sie ist! Probieren Sie es einfach mal aus! Sie werden feststellen, dass sich im Fitnessraum nicht nur "Eisen" befindet, sondern auch verschiedene Übungsgeräte, die ein sanftes Trainieren der Muskeln ermöglichen sowie Ihre Geschicklichkeit herausfordern. Ich denke dabei z.B. an die Pezzi-Bälle, die Thera-Bänder, die Gymnastikbälle, das Trampolin oder auch an das Pedalo und die Jonglierteller ...
"Stahlharte Schönlinge ohne Hirn und Verstand" sind mir übrigens bei meinen Aufenthalten in der Muckibude auch noch nicht über den Weg gelaufen.

Neben der Arbeit an den Geräten lernen Sie während des Trainings noch eine ganze Menge - über Ihren Körper zum Beispiel oder aber auch, welche Übungen Sie zu Hause ohne großen Aufwand machen können, um Ihren Körper in Schwung zu halten.



Für Wasserratten
AQUASPORT

Da ich nicht zu den Wasserratten gehöre und nicht an ihm teilgenommen habe, kann ich zum Aquasport nur so viel sagen:

Es gibt ihn!


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